Vielleicht liegt es in der Familie...die Musik spielt eine große Rolle, und das seit Generationen....auf einem Stammbaum, der mütterlicherseits bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, werden Vorfahren von mir als Wirtshausmusiker bezeichnet, na immerhin...(wenn sich da nicht hin und wieder ein Kreis schließt?)

Mein Großvater war als Posaunist im Linzer Theaterorchester (jetzt: Brucknerorchester) engagiert und hat mit befreundeten Musikern die "Linzer Buam" gegründet....(wenn sich da nicht auch hin und wieder ein Kreis schließt?)

Mein Onkel Walter hat als einer der ersten Fagottisten im 20. Jahrhundert eine Plattenaufnahme mit dem Konzert von G. Chr. Wagenseil
auf einem "historischen" Fagott eingespielt, aber auch nachweislich in Jazzclubs des Nachts "gejamt", und das mit Vibrato, und noch dazu vor Spionen, (die haben das aber gar nicht gern gehört...) trotzdem wurde er Orchestermusiker, Kammermusiker, Solist, Dozent an der Schola Cantorum in Basel und einer der gefragtesten Musiker seiner Zeit auf klassischen, barocken und romantischen Fagotten, Kontrafagotten, Dulcianen, Pommern, etc....

 
Somit ist mir anscheinend schon von Haus aus eine musikalische Ader in die Wiege gelegt, die keine Musiksparte ausschließt, es sei denn, oberflächliche, oder ins volksdümmliche abgleitende Elemente sind im Spiel.
Kurz, der Spagat, den ich als Bratschist, Geiger, (Hobby)Posaunist, Dirigent und Lehrer mache, ist durchaus zu schaffen,
sofern jede dieser Tätigkeiten mit qualitätsvollem Bewußtsein, aber doch Spaß an der Freud, an der Sache und auch mit den jeweils handelnden Personen geleistet ausgeführt wird. Egal ob im Wirtshaussaal ein kulinarischer Abend mit Musik untermalt wird, oder ein Konzert in den sogenannten "heiligen Hallen" gespielt wird, 
meine Grundeinstellung lautet immer: "A Hetz muaß sein", im übertragenen Sinn kann es auch durchaus Spaß machen, Teil einer Aufführung der Matthäuspassion zu sein....

Die Musik etwa der  ehemaligen "Biermösl-Blosn" auf der einen und zum Beispiel Beethovens Meisterwerke auf der anderen Seite
schließen sich nicht aus, im Gegenteil, beides kann unter die Haut gehen und Gänsehaut erzeugen!
Das Zitat eines Hobbymusikers wird mir immer in Erinnerung bleiben, auch wenn ich es durch Wiederholung möglicherweise überstrapaziere:
"Du mußt jeder Note Sinn geben" ....das sollten sich viele, natürlich auch ich, immer wieder gerne in Erinnerung rufen...
bei allem Drang zur Perfektion darf diese übergeordnete Ebene nicht vergessen werden.....

Vielleicht haben meine Vorfahren sich genau dieses Zitat zur musikalischen Maxime gemacht......sonst würde dieses "Credo"
nicht durch Generationen weitergegeben....und so versuche ich es auch weiterzugeben,
wer mitmachen will, ist herzlich dazu eingeladen!